Ortseingang aus Richtung HellendorfOb Oelsen tatsächlich schon 1169 bestand ist bis heute umstritten. Erst 1358 wird es gesichert als „Olessnicz“ erwähnt. Das kleine Dorf liegt am Kulmer Steig, einem alten nach Böhmen führenden Pfad, über den bereits seit 3.000 Jahren Menschen vom Elbtal nach Böhmen zogen.

Die Lage an diesem Weg brachte den von der Landwirtschaft und Leinweberei lebenden Einwohnern in Kriegszeiten wiederholt Not und Elend. Nach den Hussitenkriegen war der Ort mehrere Jahrzehnte unbewohnt. Die raue Lage oberhalb der 500 Höhenmeter, die entsprechenden Wetterunbilden nah am Erzgebirgskamm und die schlechte Qualität der Böden – man ist hier „steinreich“ - machten das Leben der Landwirte schwer. So blieb Oelsen über Jahrhunderte ein kleines eher unbeachtetes Dorf. Heute ist das bodenständige Dorf direkt an der Staatsgrenze ein reizvoller Ausgangspunkt für Wanderungen in die Umgebung. In der Dorfkirche (um1500) erinnern zwei barocke Epitaphe (1653, 1701) an das bekannte Adelsgeschlecht der von Bünaus, denen Oelsen vom 16. bis 18. Jahrhundert unterstand.

Das ehemalige Hammergut Bienhof im Mordgrundtal ist ein Ortsteil von Oelsen und geht auf eine Ansiedlung zu Beginn des 16. Jahrhunderts zurück. Für den blühenden Eisenerzbergbau der Region wurde ein Hammerwerk errichtet, später bescheidener Silberbergbau betrieben. Die nahe der Stauwurzel des Rückhaltebeckens Mordgrundbach befindlichen Halden sind letzte Zeugnisse. Nach regem Ferienheim- und Hotelbetrieb wirkt Bienhof heute fast verlassen. Bekannt wurde es, nachdem der Landesverein Sächsischer Heimatschutz im Mai 1921 hier in der ehemalige Jagdvilla sein Forschungs- und Erholungsheim einrichtete. Ausschlaggebend für die Wahl dieses Standortes war die besondere Naturausstattung des Gebietes. Der Verein kaufte hier um Oelsen herum bis 1940 viele botanisch interessante und wertvolle Flächen und schuf das damals größte Schutzgebiet Sachsens. Dieser Ruf hat sich erhalten, Naturfreunde und Botaniker finden auf den geschützten Bergwiesen und in den Wäldern der Umgebung seltene und artenreiche Pflanzengesellschaften. Der Verein verlor mit der Enteignung während der Bodenreform dieses Gebiet, konnte aber nach 1990 wieder große Teile erwerben, um sie im Sinne des Naturschutzes zu bewirtschaften und wissenschaftlich zu bearbeiten.

Oelsner Höhe Das Dorf Oelsen hat sich mit seinen bäuerlichen Anwesen, der unveränderten Ortstruktur, kleinbäuerlicher Nutztierhaltung und gepflegten Wirtschaftsgärten viel des alten Charmes bewahrt und profitiert aus touristischer Sicht von seiner ruhigen Lage direkt in Grenznähe und als Ausgangspunkt für Wanderungen. Die landwirtschaftlich genutzte Hochfläche rund um die Oelsener Höhe bietet sich für ausgedehnte Spaziergänge mit dem Hund ebenso wie für ruhige Skilanglauftouren oder zum Drachensteigen an. Von der 644 Meter hohen Oelsener Höhe bietet sich ein umfassender Rundblick auf die Tafelberge der Sächsisch-Böhmischen Schweiz und die Höhenzüge des Osterzgebirges. Im Ort sowie weiterführend Richtung Grenze finden Sie mehrere Informationstafeln zur Naturausstattung und zum Montanhistorischen Wanderweg.

 

 

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