Bad Gottleuba, TannenbuschblickIn einem Talkessel der Gottleuba gelegen entstand Bad Gottleuba bereits im 12. Jahrhundert. Eine Befestigung, aus der die St.- Petri- Kirche hervorging, schützte hier die Furt eines alten, nach Böhmen führenden Weges. Die Schießscharten der Wehranlage sind noch heute am Kirchturm erkennbar und die Ringmauer um die Kirche sowie Reste der alten Wallanlagen sind weitere Zeitzeugen aus den Anfängen der Besiedlung.

Funde von Silber, Kupfer und Eisen lockten im 13. Jhd. Thüringer und Harzer Bergleute herbei, deren Bergsiedlung 1363 als „Gotlavia“ in einem kirchlichen Schriftstück erwähnt wurde. Diese Urkunde gilt heute als offizielle Ersterwähnung. Das Stadtrecht wurde 1463 urkundlich (wieder) bestätigt. Der Gottleubaer Bergbau verlor bereits im 15. und 16. Jahrhundert an Bedeutung, sicher auch, weil man in benachbarten Berggießhübel ergiebigere Vorkommen fand und sich die Bergleute dort, nahe der Fundorte ansiedelten. Er wurde jedoch auch im Raum Gottleuba erst viel später völlig. Erst 1889 wurde auf der Gottes- Zeche- Fundgrube im Mordgrund die letzte Schicht gefahren.

Bad Gottleuba DistanzpostmeilensäuleNach dem Niedergang der Zechen sicherten Land- und Forstwirtschaft, Handwerk und Handel den Unterhalt der Einwohner. Die historische Postdistanzsäule (1731) erinnert an die Zeit, in der Handelswagen und Postkutschen über den Marktplatz nach Böhmen fuhren und die Reisenden gehörig durchschüttelten. Auch als Marktort war die Stadt Gottleuba bedeutsam. Ende des 19. Jahrhunderts setzte eine zaghafte Industrialisierung ein. Überregional bekannt waren vor allem die Kaffeemühlen der Firma Leinbrock. Hochwasser und Stadtbrände schädigten die Bergstadt wiederholt, so dass von den alten Bauten nur wenig erhalten blieb. Das heutige Stadtbild geht im Wesentlichen auf den Wiederaufbau von etwa 100 Gebäuden zurück, die 1865 abbrannten.

Der durch diesen Brand drohende wirtschaftliche Niedergang wurde durch die Entdeckung eines eisenhaltigen Moorlagers abgewendet. Zwar war seit 1828 eine Heilquelle bekannt, der Aufschwung des Kur- und Badewesens setzte aber erst 1887 mit der Erweiterung des Badehauses ein. Die geschützte Tallage und das milde Mittelgebirgsklima bewogen die Landesversicherungsanstalt Sachsen zum Bau eine Heilstätte (heute Gesundheitspark). So entstand 1909 bis 1913 am Hang des Helleberges ein deutschlandweit einmaliger Jugendstilkomplex mit 35 Gebäuden und einer 28 Hektar großen Parkanlage. Der Tagessatz der ersten Patienten belief sich übrigens auf 7,90 Mark. Kurbad ist die Stadt seit 1937, seit 1978 zudem staatlich anerkannter Kurort.

Gottleuba sei „… in anmutiger Talsenkung gelegen, von der hurtigen Gottleuba durchflossen, mit sauberen Häusern und hübschen Villen geschmückt…“, so warb man vor 80 Jahren um Kurgäste. Eine Vorstellung damaliger Behandlungsmethoden und des Kuralltages vermittelt die Medizinhistorische Sammlung im Gesundheitspark, die mit einer Vielzahl alter Instrumente, Geräte und Möbel die bedeutendste Ausstellung ihrer Art in Sachsen ist.

Bad Gottleuba, GoetheparkNeben dieser Sammlung laden der Markt mit der Postdistanzsäule und dem Jünglingsbrunnen, das alte Kurbad, der Goethepark mit Schwanenteich und Rosengärtchen und die St.-Petri-Kirche zu einem interessanten Stadtrundgang ein. Die älteste Bausubstanz des über der thronenden Gotteshauses stammt noch aus dem 12. Jahrhundert. Am südwestlichen Ortsausgang gewährt die Bähr-Mühle einen Blick auf historische Mühlentechnik. Das Ensemble mit Sägewerk, Mühle, Wohnhaus und Lagergebäude und dem hübschen Müller-Brunnen unter der alten Linde ist die einzige noch funktionsfähige Getreide- und Sägemühle im einst mühlenreichen Gottleubatal.

Weiter flussaufwärts befindet sich oberhalb des ehemaligen Hammergutes Haselberg die 1965 bis 1974 errichtete Talsperre Gottleuba. Nach dem Hochwasser 1897 sollte hier bereits vor mehr als 100 Jahren eine Staumauer errichtet werden, doch es bedurfte noch der Hochwasserkatastrophen von 1927 und 1957 ehe die Pläne Realität wurden. Heute hält die 327 Meter lange und 53 Meter hohe Staumauer bis zu 14 Millionen Kubikmeter Wasser zurück und versorgt 100.000 Menschen in der Region mit Trinkwasser.

Einen guten Ausblick auf die Staufläche bietet der Aussichtspunkt in Hartmannsbach. Das kleine Dorf, dessen Höfe sich lang und steil in einer Nebenmulde der Gottleuba emporziehen, wurde bereits 1412 als „Hartmannspach“ erwähnt und ist seit 1936 ein Teil von Bad Gottleuba.

 

 

"Diese Webseite verwendet Cookies, um die Website bestmöglich an die Bedürfnisse unserer Besucher anpassen zu können, Zugriffe und unsere Marketingmaßnahmen zu analysieren, sowie Ihnen auf weiteren Websites Informationen zu Angeboten von uns und unseren Partnern zukommen zu lassen. Diese Informationen geben wir an unsere Partner für Medienwerbung und Analysen weiter. Wenn Sie auf der Webseite weitersurfen, stimmen Sie zu, dass Cookies für diesen Zweck auf Ihrem Rechner gespeichert und verwendet werden dürfen."
Weitere Informationen zu Cookies und Ihre Widerspruchsmöglichkeit Ok Ablehnen