Johann-Georgen-BadDie Entwicklung Berggießhübels zum Kur- und Badeort setzte ein, nachdem Berg- und Hüttenleute 1717 und 1722 zwei Heilquellen entdeckten. Das Quellwasser wurde ein Röhren in die Stadt geleitet. Rasch ließ der damalige Grundherr Tüllmann mit dem „Johann-Georgen-Bad“, dem Gasthof „Sächsisches Haus“ und der Marienapotheke die notwendige Infrastruktur für den Kur- und Badebetrieb errichten. Dank der Werbung durch den Freiberger Arzt Dr. Henkel kam Berggießhbel bei der Bürgerschaft in Mode. Innerhalb weniger Jahre zählte Berggießhübel bereits 300 Badegäste, darunter so bekannte Personen wie der Baumeister Pöppelmann, der Fabeldichter Gellert und der Satiriker Rabener. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich das Badewesen neben dem Bergbau zum zweiten wirtschaftlichen Standbein der Stadt. Im Jahr 1731 unterzeichnete Kurfürst August der Starke eine Urkunde über die „Verleihung von Vorrechten an das Johann-Georgen-Bad zu Berggießhübel“ und zeigte damit Wohlwollen von allerhöchster Stelle. Trotz Kriegs- und Notzeiten entwickelte sich ein stabiles Kurwesen, von den jeweiligen Grundeigentümern des Schosses Friedrichsthal gefördert. Mit Promenadenwegen, Alleen, Ruheplätzen und Aussichtspunkten wurde für Kurgäste und Sommerfrischler ein ansprechendes Kur-Umfeld geschaffen. Einen Rückschlag erlebte das Kurbad nach dem verheerenden Hochwasser 1927 und dem allmählichen versiegen der Quellwasser und der zerstörten Infrastruktur. Der ab 1932 einsetzende Wiederaufbau der zerstörten Kuranlagen ging mit der zielgerichteten Einführung der Heilmethoden nach Sebastian Kneipp einher. 1934 wurde Berggießhübel Kneippkurbad. Der zielgerichtete Wiederaufbau vom Johann-Georgen-Bad und das neue Haus Talfrieden sollten nur die ersten Schritte zum Ausbau des Kurwesens sein, geplante Neubauten wurden in den Kriegsjahren und in der DDR nicht umgesetzt. Berggießhübel entwickelte sich schnell zu einem beliebten und gut besuchten Kneippkurbad, die meisten Gäste bewohnten jedoch einfache Mehrbett-Gästezimmer, oft bei privaten Vermietern. In den 70er Jahren folgte der Titel als „staatlich anerkannter Kurort“.

Nach drastischem Rückgang der Kurgastzahlen zur Wendezeit wurden vorhandenen Kuranlagen wurden 1993 um eine moderne Rehaklinik mit einer Kapazität von 200 Betten erweitert.

Die Fortführung der fast 300 Jahre alten Kurtradition und vor allem die Tradition der Wasseranwendungen wird heute von drei Kurhäusern auf hohem Niveau garantiert. Einwohner und Gäste profitieren von den Kneipp-Erfahrungen der kompetenten Therapeuten und Physiotherapeuten und genießen in den Häusern so manches Wellness-Angebot.

Kuren Sie nach der beliebten und erfolgreichen Hydrotherapie von Sebastian Kneipp und lassen Sie sich in Berggießhübel verwöhnen!

 

 Die Kurtradition in Bad Gottleuba ist die jüngere der beiden Kurorte im Gottleubatal. Obwohl bereits seit 1828 mit dem Herzogbrunnen eine eisenhaltige Quelle bekannt war, setzte die Entwicklung zum Kurbad erst 1861 mit der Nutzung heimischer Moorlager ein.

Kurbad Das 1880 erbaute Kurbad wurde rasch erweitert und mit Badhotel, Bettenhaus und Festsaal ergänzt und Gottleuba gelangte als Moor- und Stahlbad auf die sächsische Bäderliste und bot dem Bürgertum eine Alternative zu den bekannten und teuren Kurorten.

Der Durchbruch in der Kurortentwicklung erfolgte jedoch nach der Einführung der Alters- und Invalidenrentenversicherung (1891) durch Reichskanzler Otto von Bismarck. Seine Sozialgesetzgebung ermöglichte die Durchführung von Heilverfahren bei drohender Erwerbsunfähigkeit. Bei der Suche nach einem geeigneten Standort für die Durchführung dieser Heilverfahren fiel die Wahl aufgrund der ruhigen Lage, des milden Mittelgebirgsklimas, der waldreichen Umgebung, der bereits bestehenden Kontakte und nicht zuletzt wegen dem aufgeschlossenen und engagierten Bürgermeister Ernst Hackebeil auf die Kleinstadt Gottleuba.

Gedenktafel Heilstätte Zwischen 1909 und 1913 entstand am Hang des Hellebergs ein umfangreicher Gebäudekomplex als „Heilstätte der Landesversicherungsanstalt Sachsen“. Die großzügige Anlage von 28 ha wurde unter Vorgabe der Dresdner Architekten Schilling und Graebner mit 34 Gebäuden in pavillonbauweise im Jugendstil bebaut, so dass sich vom Wasserturm, über die Küche und Unterkunftshäuser bis zur Chefarztvilla alles wie aus einem Guss darstellt. Und somit entstand bei modernster Ausstattung und nach neuesten medizinischen Richtlinien die erste deutsche Kureinrichtung für Arbeiter und Angestellte. Auch wenn aus Geldknappheit die komplette Umsetzung der Baupläne nie realisiert wurde ist auch heute noch der Weitblick der Bauherren beeindruckend. Gleichzeitig erfolgte der Ausbau und die Anlage von gut ausgebauten Promenaden(wander)wegen, Tennisplatz, Musikpavillons, verschiedener Brunnen und des Goetheparkes. 1937 erfolgte die offizielle Ernennung der Stadt zu Bad Gottleuba. Ab 1954 als „Kliniksanatorium Bad Gottleuba“ bezeichnet, entwickelte sich die Kuranlage in den folgenden Jahrzehnten zu einem Zentrum für Diätetik und zum größten geschlossenen Rehabilitationszentrum der DDR auf dem Gebiet der Physiotherapie.

Heute präsentieret sich die Einrichtung als hochmoderner Gesundheits- und Rehakomplex. In sechs Fachkliniken werden unter anderem orthopädische, innere und psychosomatische Erkrankungen behandelt.

Parallel zu Heilstätte und Klinksanatorium wurde die Kurtradition und Behandlung der Einheimischen und Urlauber im traditionellen alten Kurbad weitergeführt. Mit dem Kurbad und zwei weiteren Gesundheitseinrichtungen besitzt das Moorheilbad Bad Gottleuba schmucke Kureinrichtungen, die das Bild der Stadt prägen. Sie können somit Ihren Kur-Urlaub individuell gestalten – wählen Sie zwischen Hotels, Pensionen oder Privatunterkünften! Lassen Sie sich in den Physiotherapien in Bad Gottleuba von kompetenten Therapeuten verwöhnen.

Im Jahr 2011 konnte der Titel „Staatlich anerkannter Kurort“ erfolgreich verteidigt werden. Damit ist die Stadt Bad Gottleuba-Berggießhübel der einzige Kurort Sachsens, der nach den Begriffsbestimmungen des Deutschen Heilbäderverbandes zwei Prädikate vorweisen kann: Kneippkurort (Berggießhübel) und Moorheilbad (Bad Gottleuba).

 

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